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Thieme Gruppe, Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 02(71), p. 81-89, 2020

DOI: 10.1055/a-1197-7144

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Trennung der Eltern – Liegt die Hauptbelastung in der Kumulation mit anderen Kindheitsbelastungen? Untersuchung einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Bevölkerung

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Abstract

Zusammenfassung Einleitung Belastende Kindheitserlebnisse treten oft gehäuft auf. Je mehr Formen von Kindheitsbelastungen erlebt werden, desto höher sind die psychischen und physischen Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter. Die vorliegende Studie untersucht daher, inwieweit das Erleben der elterlichen Trennung mit dem Risiko für andere Formen von Kindheitsbelastungen zusammenhängt und inwieweit die Kumulation von Belastungen in der Kindheit mit Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter zusammenhängt. Methoden Es erfolgte eine querschnittliche Analyse einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Bevölkerung ab dem 18. Lebensjahr (N=2466; mittleres Alter=49,5 Jahre (18–93); f: 1368 (55,5%); m: 1098 (44,5%)). Die Erfassung der demografischen Daten erfolgte durch ein Interview, die restlichen Daten wurden mittels Fragebögen erhoben. Die Einschätzung der depressiven und ängstlichen Symptome und der selbsteingeschätzten somatischen Gesundheit bezog sich auf den Untersuchungszeitpunkt, belastende Kindheitserfahrungen wurden retrospektiv mit dem Adverse Childhood Experiences (ACE)-Fragebogen erfasst. Ergebnisse Kindesmisshandlung sowie psychische Erkrankung von Haushaltsmitgliedern, Substanzmittelabusus von Haushaltsmitgliedern und Gefängnisaufenthalt von Haushaltmitgliedern sowie Gewalt gegen die Mutter waren häufiger, wenn die Teilnehmenden von der Trennung der Eltern berichteten. Die Trennung der Eltern war nicht mit einer erhöhten Rate psychischer Beeinträchtigungen und bei Frauen auch für körperliche Beeinträchtigungen assoziiert, wenn keine anderen Formen von Kindheitsbelastungen vorlagen. Schlussfolgerung Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich getrennt haben, erleben häufiger auch weitere Formen von Kindheitsbelastungen als Altersgenossen. Gerade diese Kumulation von belastenden Kindheitserlebnissen scheint es zu sein, die mit Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter zusammenhängen.